Freitag, 23. September 2016

Plettenberg Bay - Frühstücken, wie in einer Kunstgalerie

Südafrika/ Tag 11 (Do.) - 01.09.2016


 
Beim Frühstück am nächsten Morgen saßen wir an einem geschmackvoll gedeckten Tisch mit frischen Blumen gleich am Panoramafenster mit Blick über Plettenberg. 


Das Büfett war übersichtlich, aber mit allem, was wir gern essen und letztendlich wurde ja auch nur für uns zwei aufgebaut. Es gab frisches Obst, Müsli, Joghurt, je eine Sorte Käse und Wurst, verschiedene Brotsorten und verschiedene, wahrscheinlich selbstgemachte Konfitüren. Die Eierspeisen wurden auf Wunsch zubereitet und frisch gebrühter Kaffee serviert.
Dank der großzügigen, offenen Bauweise des Guesthouses hatten wir das Gefühl in einer Kunstgalerie zu frühstücken.

Veronica begrüßte uns, fragte nach dem gestrigen Abend und wie sie uns heute behilflich sein kann.
Das Wetter ließ an diesem Tag allerdings sehr zu wünschen übrig. 


JC´s Superübersetzer!
Schon der Morgen begann mit zugezogenem Himmel. Aufgrund der Wettervorhersage, beschlossen wir Sightseeing per Auto zu machen. Eigentlich wollten wir nach Noetzi, einem idyllisch gelegenen Strand mit Häusern, die wie Burgen aussehen, mussten dann aber feststellen, dass die einzige Straße die dorthin führt, unbefestigt ist und durch ein Township führt. Den Schotterweg hätte unser Auto nicht gut vertragen und vor einer Fahrt durch´s Township hatten wir ein bisschen Schiss, also haben wir gewendet.
Weiter ging es nach Knysna, wir wollten uns die Insel Thesen nochmal bei Tageslicht anschauen, tranken dort einen Kaffee und liefen später auf der Suche nach dem afrikanischen Markt durch die Innenstadt. 

Dort war die Hölle los. Vor jeder Bank und jedem Bankautomaten standen extrem lange Schlangen schwarzer Einwohner, denn heute, am 1.September war Zahltag. Wenig später torkelten die ersten Betrunkenen durch die Straßen. 

Wir fanden den Markt nicht und fuhren zurück zum Robberg nach Plett, den wir gestern vom Boot aus gesehen hatten. Das ist ein ins Wasser ragender Berg, als Naturschutzgebiet angelegt. Dort erwartete uns am Eingang wieder das Prozedere mit Listen ausfüllen und Eintritt. Auf dem Robbenberg gibt es drei Wanderwege, teilweise angelegt mit Geländern am Fels, mit Holz-Stegen und Aussichtsplattformen, teilweise mussten wir ganz schön klettern. 

Da es uns dort so gut gefiel, haben wir nicht, wie zuerst vorgenommen nur den kürzesten Wanderweg, sondern gleich den weiteren absolviert. Am Anfang war das Wetter auch genau passend, aber dann zogen tiefe Wolken und die Meeres-Gischt über den Berg, es nieselte und kühlte ab. Und trotzdem: es war gigantisch schön. 

Wir sahen nicht nur die Robben, sondern auch zwei Haie von oben im Meer schwimmen. 

Unsere Vermieterin erzählte uns später, dass in dieser Bucht, in der vom Robberg bis zum Stadtzentrum von Plett ein schöner weißer Sandstrand verläuft, schon etliche Haiunfälle passiert seien. Apropos Haie: Überall wo wir waren, sprach JC die Leute an, die uns begegneten. Heute trafen wir auf der Straße einen Schwarzen mit einer Tsitsikamma-Jacke und JC erzählte ihm gleich, dass wir auch dort waren und erfuhr, dass der Jackenträger dort als Förster arbeitete. Bei der Wanderung auf dem Robberg kam uns ein junges Pärchen entgegen und JC fragte mich, ob ich denen nicht erzählen wolle, dass wir die Haie gesehen hätten. Ich lehnte ab, also berichtete JC ihnen davon und erfuhr von den beiden (englisch sprechenden) ihre Geschichte von einer großen Welle am Fuße des Robbergs.
Nach ca. 9 Kilometern Wanderung über Felsen und Strände waren wir zurück auf dem Parkplatz und fuhren auf den überdachten Markt von Plett (es nieselte immer noch). Dort, das wussten wir vom Vortag, gibt es Imbissstände. Wir aßen etwas und unterhielten uns natürlich mit der Imbiss-Besitzerin. 

Diesmal erfuhren wir, dass die Gastarbeiter aus Simbabwe sehr hart arbeiten und viele schwarze Südafrikaner lieber auf Staatskosten leben würden, weil sie für jedes Kind Geld bekämen und kostenlos Strom und Unterkunft.
Dann trafen wir ein Pärchen aus der Nähe von Dortmund, die wir gestern auf der Bootsfahrt kennen gelernt hatten und redeten bei einer Tasse Kakao weiter über deren Urlaub in Namibia und das Leben. Sie ist Chefin für den Export in einer Stoßdämpfer Fabrik und er arbeitet als Fahrlehrer. (Die Berufsangaben frage ich immer ab, weil meine Mama das immer wissen will!) Sie empfahlen uns für den Abend ein Restaurant am Strand, welches sie am Tag zuvor besucht hatten.
Gegen 17 Uhr waren die Temperaturen auf 13 Grad gesunken und alle Geschäfte und Cafés schlossen wegen Winter und nichts los, aber wir hatten den Tag trotz miesen Wetters gut verlebt.
Der Abend versank leider im Regen. Trotzdem fuhren wir zum „Loockout Deck“, einem rustikalen Restaurant, direkt am Meer gelegen, das für seine Muscheln und Garnelen berühmt ist.

Da muss man unbedingt hin, wenn es hell und sonnig ist, der Ausblick ist gigantisch!
Da das Lokal wie viele zusammenhängende Terrassen gebaut ist, deren Fenster, soweit vorhanden, offen stehen, war es darin recht kühl, aber man stellte uns einen Ofen an den Tisch. Von dem Essen war ich mal wieder total begeistert! 

So viele große Prawns habe ich in meinem Leben noch nicht auf einmal gegessen. Sie waren in einer Piri Piri Soße mit Reis und Gemüse angerichtet und schmeckten herrlich.

Bis bald...
Tatjana

Übrigens, i
ch schreibe auch auf: https://www.facebook.com/rucksackfrei/