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Mittwoch, 5. Oktober 2016

Der Fliegende Holländer


Südafrika/ Tag 15 (Mo.)/ Teil II - 5.9.2016


Unsere nächste Station war der Naturpark rund ums Kap. Der Eintritt ist auch dort- wie in bisher allen Naturparks, in denen wir waren- erschwinglich. (nie teurer als 7 € p.P.) Wie in jedem Park erhielten wir einen Flyer am Eingang, in den alle Wanderwege, Aussichtsplattformen und Sehenswertes eingetragen sind. Die Vegetation, die wir durchfahren wirkt karg, fast wie in der Halbwüste Kagoo, aber farbenfroh. 

Da es eine Halbinsel ist, gehen die Wanderwege fast immer am Meer entlang, meist über Berge und Felsen. Wir aber fuhren aufgrund unserer begrenzten Zeit, direkt ans „Kap der Guten Hoffnung“, den südwestlichsten Punkt Südafrikas. Reisbusse voll laut sprechender und ständig fotografierender Chinesen kreuzten unseren Weg, außerdem junge, kreischende, chinesische, dauerfotografierende Mädchen mit Sefiestick- anstrengend. Inder sind leiser. 


Außerdem trafen wir unterwegs natürlich marodierende Paviane und zwei Strauße und wir beobachteten im Felsen brütende Kormorane. Da wir ja nicht in der Hauptsaison dort waren, hatten wir nie längere Wartezeiten an den Eingängen oder gar Platzprobleme auf Parkplätzen. Insofern will ich mich gar nicht über die zwei Touribusse am Kap beschweren, auch wenn wir ein bisschen auf unseren Fotochance mit dem wichtigen Schild des Kaps warten mussten. 





 
Vom „Kap der Guten Hoffnung“ ging es weiter ans Kap. Dort steht ein Leuchtturm auf dem Felsen. Das Auto ließen wir wieder auf dem Parkplatz stehen und fuhren mit einer Bergbahn auf einen Berg. Man kann auch wieder runter fahren, wir sind aber gelaufen, mit Blick auf das Meer links und rechts der Halbinsel. Ich muss euch sicher nicht sagen, wie beeindruckend die Natur und vor allem der Ausblick dort ist. Einfach wunderbar! Natürlich haben wir auch wieder am Fuß der Bergbahn einen Kaffee getrunken und dabei das Panorama auf uns wirken lassen. 








Bei unserer Rückkehr ins Hotel konnten wir unser Zimmer beziehen. Es ist modern, hat eine kleine Terrasse und wir fühlen uns wohl. Weil unser Zimmer im Erdgeschoss sehr dicht am Weg zur Rezeption lag, fühlten uns auf unserer Terrasse immer ein bisschen beobachtet.  Aber wir wollen mal nicht meckern, der Blick nach vorn war ein Traum. 



Wir schauten bei einer Tasse Begrüßungs-Kaffee auf das Meer und die untergehende Sonne. Wer hätte das gedacht, nachdem wir den ganzen Morgen im strömenden Regen hierher fuhren.
Am Abend aßen wir in einem modernen Restaurant am Strand.

Bis bald...
Tatjana

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Freitag, 30. September 2016

Von Hermanus nach Kapstadt


Südafrika/ Tag 15 (Mo.) - 5.9.2016


Ja, wir waren schon ziemlich wehmütig bei dem Gedanken, dass dieser wunderbartolle Urlaub gleich vorbei sein wird.
Hermanus verabschiedete sich von uns mit Regen, Sonne und Regenbogen. 

Auf dem Weg nach Kapstadt sahen wir links das Meer, rechts die Berge und ab und zu tauchen die ersten Weinfelder auf. Die Pflanzen sind aber noch nicht grün, sondern mickrig. Ist ja Winter. Östlich von Kapstadt befindet sich eine berühmte Weinregion. Man kann dort überall bei den Winzern einkehren, essen und natürlich trinken. Weil wir nichts vertragen, fuhren wir weiter.
In Südafrika haben die Straßen oftmals einen breiten Seitenstreifen, der durch eine gelbe durchgängige Linie markiert ist. Darauf weicht man aus, wenn jemand überholen will. Praktische Sache, geht auch bei Gegenverkehr und klappt im Prinzip überall gut, nur auf dieser Strecke nicht. Keiner machte uns Platz und JC regte sich zum ersten Mal im Urlaub beim Autofahren auf. Dann begann es auch noch in Strömen zu regnen und auf den eigentlich schönsten Kilometern über die Berge sahen wir nur Nebel.
Als wir Kapstadt und unser  Hotel namens Ocean View House erreichten, hatte der Regen glücklicher Weise etwas nachgelassen.

Das Guesthouse befindet sich, die Bergkette der 12 Apostel im Rücken und das Meer von vorn, im Stadtteil Bakoven (Camps Bay). Nach einer kurzen Auffahrt und einem kurzen Check an der Gegensprechanlage, öffnete sich für uns das schwere Gittertor der Hotelanlage.
Dahinter befanden wir uns in einem wunderschön angelegten Garten mit Kakteen, Steingärten und Bäumen. Der Ausblick auf das Meer und die Berge war phänomenal. 

Ein Steg über den Koi-Teich führte uns zur Rezeption. Da es noch ein bisschen regnete, eilte uns  eine freundliche Mitarbeiterin mit Schirm entgegen. Alles wirkte edel und vornehm. Wir betraten die Rezeption und da war sie wieder, die südafrikanische Lässigkeit. In Deutschland würde man jetzt in dieser Kategorie uniformierte Hotelangestellte erwarten, die dich kurz abschätzen, um mit gewohnt aufgesetzter Freundlichkeit ihr Tagwerk fortzusetzen. Hier aber wurden wir empfangen, als hätte man nur auf uns gewartet. Ein freundlicher Mitarbeiter erklärte uns, dass das Zimmer noch nicht fertig sei, wir aber schon mal Kapstadt erkunden könnten und wenn wir zurück kämen, alles auf dem Zimmer stehen würde. Das Gepäck wurde kurz aus dem Auto geholt, Landkarten übergeben, alle wichtigen POI's darauf vermerkt und schon waren wir wieder unterwegs. 

Pünktlich, als wir mit dem Auto Richtung Kap-Halbinsel aufbrachen, hörte der Regen auf, die Wolken verzogen sich und nach und nach kam die Sonne hervor.
Hin (und später auch zurück) fuhren wir über den Chapmanspeak Drive, der als eine der spektakulärsten Küstenstraßen der Welt gilt und 1922 eröffnet wurde. 



In Simon's Town, einem kleinen Ort mit hübschen historischen Häusern (und Südafrikas wichtigster Marine- Stützpunkt) machten wir Rast bei Kaffee und Karottenkuchen (lt. JC so lecker, dass er niemals wieder den deutschen trockenen Möhrenkuchen zu sich nehmen wird) und Apfel-Crumble mit Sahne für mich und danach besuchten wir Südafrikas Pinguinkolonie. 





Auf Stegen kommt man ganz dich an die Tiere heran. Etliche von den possierlichen Tieren waren gerade in der Mauser. Die sahen sehr dick aus, weil sie sich vor der Mauser immer Fett anfressen müssen, da ihre Federn in dem Zustand der Mauser eine Weile nicht wasserdicht sind und sie darum beim Fischefangen untergehen würden. Ein böser Pinguin nutzte die Hilflosigkeit seiner mausernden Mitbewohnerinnen und näherte sich ihnen ziemlich aggressiv mit unanständigen Annäherungsversuchen. Wir beobachteten sie ziemlich lange, bevor wir zum Kap der Guten Hoffnung aufbrachen.


Davon berichte ich euch morgen.
Bis bald...
Tatjana

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Sonntag, 25. September 2016

Route 62 - Von Oudtshoorn nach Hermanus


Südafrika/ Tag 13 (Sa.) - 3.9.2016



Eigentlich wollten wir heute früh noch eine Erdmännchen-Safari machen. Leider fiel sie aus, weil die Erdmännchen bei Wolken und erst recht bei Regen ihren Bau nicht verlassen. Schade,hatte extra mein Erdmännchenshirt angezigen!
Dann – nur eine Stunde später- kam die Sonne raus. Da saßen wir bereits beim Frühstück. Der Koch war schon wieder wach und stand mit zwei Hausdamen breit, uns zu umsorgen.
Unser Tisch war liebevoll gedeckt, das reichhaltige Büfett aufgebaut. Es gab alles, was das Herz begehrt und der Koch bereitet die Eierspeisen nach Wunsch zu.
Dann fuhren wir los nach Hermanus. 360 Kilometer lagen vor uns, die längste Tour der Reise. Wir starteten um 9 Uhr und kamen gegen 16 Uhr ins Ziel. Nicht, dass ihr denkt, das wäre ein verlorener Tag gewesen, nein! Wir sind durch so unterschiedliche Regionen, Vegetationen und über die berühmte Route 62 gefahren- es war grandios und sehr schön für die Augen und die Seele! 

Diese Route ist vergleichbar mit der Route 66 in den USA, sagt man. "See the Karoo on Route 62!" Wobei die Karoo eine sehr trockene Gegend ist. Wenn man aus der satt grünen und in unserem Fall verregneten Küstenregion kommt, dann staunt man über die ausgetrockneten Flussbetten und kargen Berge. Karoo ist eine Halbwüste, etwas größer als Deutschland und ihr Name bedeutet "Land des Durstes!"
Auf unseren Fotos kann man es sehen und doch kaum glauben, dass diese Bilder an nur einer Route geschossen wurden.
Wir machten einen Zwischenstopp in Calitzdorp, dem Portwein -Zentrum Südafrikas. 

Das ist ein kleines Kaff und JC kaufte dort etwas Wasser für uns. Weil gerade Zahltag war und Wochenende, wuselten unheimlich viele Schwarze vor dem Supermarkt rum. 

Sie sahen nach unseren Maßstäben eher ärmlich aus. Viele waren betrunken, vom Portwein natürlich. 
Nächster Halt: Ladismith am Fuße eines sehr hohen Berges namens Toorkop. Dort gefiel es uns viel besser und die vielen Menschen auf den Plätzen und Straßen waren besser gekleidet und fröhlicher als im Likör-Dorf.


 


Letzte Station auf der 62 war Ronnies Sex Shop. 

Das ist ein kleines weißes Häuschen im Nirgendwo. Man muss aufpassen, dass man es nicht übersieht. Es ist ein Imbiss, ganz originell gemacht und man behauptet, Ronnie hätte dort einen Shop ausbauen wollen und seine Kumpels hätten einfach das Wort SEX zwischen „Ronnies“ und „Shop“ geschrieben. Ronnie ist mittlerweile ein alter Mann mit grauem Bart und grauen langen Haaren, die zum Pferdeschwanz geflochten sind. Er scheißert ab und zu griesgrämig rum und lässt seine Angestellten arbeiten. Die Einrichtung des Sexshops ist einfach. 




An den Wänden haben Tausende Touristen ihre Passbilder und Visitenkarten an die Wände geklebt. Wir genossen einen Bananenshake und JC hielt einen kruzen Talk mit einer Gruppe Südafrikaner. 


Dann verließen wir über den Tradouw Pass die Route 62. Tradouw bedeutet so viel wie „Weg der Frauen!" Er wurde um 1870 gebaut und 1980 asphaltiert und neu eröffnet.14 km pure Schönheit. Berge in grün, rot und gelb, jede Menge Wasserfälle- fast wie in Norwegen.   









Gegen 15.30 Uhr kamen wir in der Hermanus an. Der Ort steht für Weiße Villen, Strand, Meer und Wale!

Übrigens hatte ich in meinen gestrigen Bericht einen Fehler eingebaut, um eure Aufmerksamkeit zu prüfen und mich beim Schreiben halb kaputt gelacht.
Na, wisst ihr, was von meinen Ausführungen Unsinn war?
Okay: ich sag' s euch:
Es gibt keine Besen aus Wildschwein-Barthaaren (ich glaube, hier gibt es gar keine Wildschweine) und es gibt keine transgender Strauße. ;)


Bis bald...
Tatjana

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