Dienstag, 27. September 2016

Hermanus - Wale, Kiter und Cheesecake


Südafrika/ Tag 13 (Sa.)/ Teil II - 3.9.2016 (Hermanus)

Die Hermanus Beach Villa, in die wir für zwei Tage einziehen  wollen, liegt in erster Reihe zum Meer und davor, als ob sie wusste, dass wir ankommen, wartete die Hausherrin Salome. Sie empfing uns freundlich, nahm uns mit in ihr Rezeptionsionsbüro, fragte uns, ob sie ein Restaurant für uns buchen soll und begann mit dem Rundgang durchs Haus.
Sie zeigte uns den gemütlichen Aufenthaltsraum, in dem wir auch unser Frühstück einnehmen werden. Im Kamin lodere ein Feuer, der Ausblick auf das Meer war fantastisch und weiter ging es nach draußen. Mit einer Strandkarte in der Hand erklärte sie uns, wo welche Strände zu finden sind, wo man am besten Wale beobachten könne und welche Strandwanderwege es gibt. Alles ging zack-zack. Ein bisschen erinnerte es an den ersten Tag im Internat: Salomé die Gouvernante, wir die Erstsemestler oder besser: Sie erinnerte mich an Diana Löser von „English for You“. Irgendwie lustig, bizarr aber trotzdem herzlich.
Und stellt euch mal vor: Wir sollten erst ein kleines Zimmer ohne Balkon bekommen und die nette Dame hat uns stattdessen die Suite gegeben- ohne Aufpreis!
Sie führte uns also in die Suite und wir waren erstmal sprachlos. Das schien Salomé schon zu kennen, denn mit einem verschmitzten Lächeln wartete sie auf unsere Reaktion. Dann wünschte sie uns einen schönen Aufenthalt und ließ uns allein! Wir eroberten als Erstes die große Terrasse mit Korbsesseln und Liegen und genossen den Ausblick. 

Und jetzt der Knaller: Das erste, was wir sahen, war ein Wal! Da haben wir vor ein paar Tagen noch einen teuren Wal-Boots-Ausflug gebucht, um ein paar Rückenflossen sehen zu können und hier sprangen sie wie wild und gratis für uns im Meer!
Unsere Suite ist sehr hell und gemütlich eingerichtet, hat eine 180 Grad Panoramafront, Boxspringbetten, Kamin Schaukelsessel, Couch und ein modernes Bad.


Nach dem obligatorischen Kaffee spazierten wir auf einem der Wanderwege zwischen Bäumen, kleinen Wasserläufen und Strand zu einem Dutch- Restaurant, tranken Kaffee Verkeert und schauten dabei auf den extrem breiten weißen Strand von Hermanus.
Etwas weiter den Strand entlang, stößt ein See fast an den Atlantik. Nur ein schmaler Sandstreifen trennt beide voneinander.

Dort sind die Windverhältnisse so gut, dass mindesten 10 Kiter auf dem Wasser unterwegs waren, die wir nach einem kurzen Spaziergang bewunderten.

Zurück im Hotel klopfte es an unsere Zimmertür. "Housekeeping. My Name is Tito", sagte ein junger Mann und wir ließen ihn rein. Tito erinnerte uns sofort an den Film "Ein Käfig voller Narren". Wir mussten schmunzeln, als er mit schwungvoller Hüfte und lächelnd begann, unsere Betten aufzuschlagen, die Vorhänge zuzuziehen und einen Betthupferl zu platzieren.
Wir wollten ihm gern ein Trinkgeld zustecken, er lehnte ab und sagte, wir sollten uns seinen Namen merken und bei der Abreise, wenn wir mit seinem Service zufrieden seien, ein Trinkgeld hinterlegen.
Auf unserer Terrasse sahen wir dann die Sonne glutrot hinter den Bergen unter gehen. Hermanus liegt am Atlantik. Nach dem südlichsten Punkt von Südafrika (ungefähr 80 km östlich von hier) endet der Indische Ozean.

Für 20 Uhr hatte unsere Hauschefin für uns einen Tisch im „Pier Tree“ reserviert. Früher war kein Platz zu bekommen, weil hier in der Walsaison und dazu noch am Wochenende alles voll ist. Unseren Tisch in dem kleinen Restaurant bediente Changoo aus Simbabwe. 


Sehr freundlich und bemüht,  jede unserer Fragen, zum Beispiel die nach einem südafrikanischen Restaurant und nach Ladenöffnungszeiten zu beantworten. Auch hier wieder staunten wir, dass das Essen, was Kreativität, Präsentation und Geschmack betrifft, mit einem deutschen Sternerestaurant mithalten kann. Bei Preisen unter 10 € für einen Hauptgang! Als Dessert bestellten wir einen Strawberry Cheesecake. Das waren drei Kugeln des leckeren Cheese nebeneinander auf Keks- bzw Kuchenkrümeln angerichtet, darüber Erdbeeren: als Sorbet, kleine Würfel,  getrocknete Scheiben und Soße. 

Ein wunderschöner Tag ging zu Ende und wir freuten uns riesig auf den nächsten, denn unsere Wetterapps hatten Sonne-satt angekündigt.

Was ich mal noch sagen wollte:
Wir hatten vorher gelesen, dass in Südafrika die strengsten Rauchergesetze herrschen und man fast nirgendwo mehr rauchen darf. Ein Mann aus einer Reisegruppe berichtete uns, dass er nicht auf dem Balkon rauchen durfte und vor das Hotel gehen musste. Wir haben diese Erfahrung nicht gemacht. Wir fragten vorher immer und durften auf den Balkons und draußen in Cafés und Restaurants immer rauchen. Nur in Tsitsikamma in dem 50er Jahre Café gab es für Raucher Strafplätze, etwas ab vom Schuss und ohne Schirm. In Kapstadt kommt es etwas öfter vor, dass man auch in den Außenbereichen der Restaurants und Cafés nicht rauchen darf.
In öffentlichen Gebäuden und in geschlossenen Räumen herrscht wie bei uns überall Rauchverbot.

Bis bald...
Tatjana

Übrigens, i
ch schreibe auch auf: https://www.facebook.com/rucksackfrei/