Beitragende

Sonntag, 25. September 2016

Route 62 - Von Oudtshoorn nach Hermanus


Südafrika/ Tag 13 (Sa.) - 3.9.2016



Eigentlich wollten wir heute früh noch eine Erdmännchen-Safari machen. Leider fiel sie aus, weil die Erdmännchen bei Wolken und erst recht bei Regen ihren Bau nicht verlassen. Schade,hatte extra mein Erdmännchenshirt angezigen!
Dann – nur eine Stunde später- kam die Sonne raus. Da saßen wir bereits beim Frühstück. Der Koch war schon wieder wach und stand mit zwei Hausdamen breit, uns zu umsorgen.
Unser Tisch war liebevoll gedeckt, das reichhaltige Büfett aufgebaut. Es gab alles, was das Herz begehrt und der Koch bereitet die Eierspeisen nach Wunsch zu.
Dann fuhren wir los nach Hermanus. 360 Kilometer lagen vor uns, die längste Tour der Reise. Wir starteten um 9 Uhr und kamen gegen 16 Uhr ins Ziel. Nicht, dass ihr denkt, das wäre ein verlorener Tag gewesen, nein! Wir sind durch so unterschiedliche Regionen, Vegetationen und über die berühmte Route 62 gefahren- es war grandios und sehr schön für die Augen und die Seele! 

Diese Route ist vergleichbar mit der Route 66 in den USA, sagt man. "See the Karoo on Route 62!" Wobei die Karoo eine sehr trockene Gegend ist. Wenn man aus der satt grünen und in unserem Fall verregneten Küstenregion kommt, dann staunt man über die ausgetrockneten Flussbetten und kargen Berge. Karoo ist eine Halbwüste, etwas größer als Deutschland und ihr Name bedeutet "Land des Durstes!"
Auf unseren Fotos kann man es sehen und doch kaum glauben, dass diese Bilder an nur einer Route geschossen wurden.
Wir machten einen Zwischenstopp in Calitzdorp, dem Portwein -Zentrum Südafrikas. 

Das ist ein kleines Kaff und JC kaufte dort etwas Wasser für uns. Weil gerade Zahltag war und Wochenende, wuselten unheimlich viele Schwarze vor dem Supermarkt rum. 

Sie sahen nach unseren Maßstäben eher ärmlich aus. Viele waren betrunken, vom Portwein natürlich. 
Nächster Halt: Ladismith am Fuße eines sehr hohen Berges namens Toorkop. Dort gefiel es uns viel besser und die vielen Menschen auf den Plätzen und Straßen waren besser gekleidet und fröhlicher als im Likör-Dorf.


 


Letzte Station auf der 62 war Ronnies Sex Shop. 

Das ist ein kleines weißes Häuschen im Nirgendwo. Man muss aufpassen, dass man es nicht übersieht. Es ist ein Imbiss, ganz originell gemacht und man behauptet, Ronnie hätte dort einen Shop ausbauen wollen und seine Kumpels hätten einfach das Wort SEX zwischen „Ronnies“ und „Shop“ geschrieben. Ronnie ist mittlerweile ein alter Mann mit grauem Bart und grauen langen Haaren, die zum Pferdeschwanz geflochten sind. Er scheißert ab und zu griesgrämig rum und lässt seine Angestellten arbeiten. Die Einrichtung des Sexshops ist einfach. 




An den Wänden haben Tausende Touristen ihre Passbilder und Visitenkarten an die Wände geklebt. Wir genossen einen Bananenshake und JC hielt einen kruzen Talk mit einer Gruppe Südafrikaner. 


Dann verließen wir über den Tradouw Pass die Route 62. Tradouw bedeutet so viel wie „Weg der Frauen!" Er wurde um 1870 gebaut und 1980 asphaltiert und neu eröffnet.14 km pure Schönheit. Berge in grün, rot und gelb, jede Menge Wasserfälle- fast wie in Norwegen.   









Gegen 15.30 Uhr kamen wir in der Hermanus an. Der Ort steht für Weiße Villen, Strand, Meer und Wale!

Übrigens hatte ich in meinen gestrigen Bericht einen Fehler eingebaut, um eure Aufmerksamkeit zu prüfen und mich beim Schreiben halb kaputt gelacht.
Na, wisst ihr, was von meinen Ausführungen Unsinn war?
Okay: ich sag' s euch:
Es gibt keine Besen aus Wildschwein-Barthaaren (ich glaube, hier gibt es gar keine Wildschweine) und es gibt keine transgender Strauße. ;)


Bis bald...
Tatjana

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Samstag, 24. September 2016

Von Plettenberg Bay nach Oudtshoorn



Südafrika/ Tag 12 (Fr.) - 2.9.2016

Der letzte Morgen in unserem schönen Hotel in Plett war wie der vorangegangene Abend regnerisch. Aber als Optimisten waren wir trotzdem der Meinung, dass wir bisher sehr viel Glück mit dem Wetter gehabt hatten.

Um 9 starteten wir Richtung Oudtshoorn. Wir bogen ins Landesinnere ab und legten einen kurzen Stopp in George ein, einer größeren Stadt, die uns auf den ersten Blick nicht besonders beeindruckte, aber wir wollten auch nur einen Kaffee trinken und Geld tauschen. Wir fanden auch schnell eine Bank, mussten einen Zettel ziehen und warten. Dabei wurden auf einem Monitor kurze Werbefilme abgespielt und die Nummern des nächsten mit Schalter-Nummer, wo man sich hinbegeben sollte, eingeblendet. Vor uns waren nur zwei weitere Wartende dran, es wurde uns eine kurze Wartezeit versprochen. Als wir nach 40 Minuten immer noch nicht an der Reihe waren und uns beschwerten, schaute die Aufsichtsdame in der Kammer nach, in die wir so gern rein wollten, da standen zwei Frauen drin, lustig plaudernd ins Gespräch vertieft (seit 30 Minuten.!!!) und man konnte uns nicht sagen, wie lange das noch dauern würde. Wir verließen wütend die Bank. Das gleiche Spiel wiederholte sich in Oudtshoorn: nur eine Frau vor uns, aber es dauerte 1,5 Std! In der Schlange hatten die Menschen, die an anderen Schaltern bedient werden konnten, schon Mitleid mit uns und erzählten, dass es in Südafrika immer so sei. Trotz Digitalisierung - extremer Papierbürokram.
Wenn mir nochmal jemand oder ein Reiseführer erzählt, dass man am besten Bargeld nach Südafrika mitnimmt, weil man kaum mit Karte bezahlen könne, der bekommt Prügel.
Die Fahrt zwischen den beiden erwähnten Orten war allerdings sehr schön. 

Wir fuhren einen gut ausgebauten Pass entlang und überquerten ein Gebirge. Danach veränderte sich die Landschaft total: Die Berge sind weniger und wenn nur mit flachen Büschen bewachsen, die Farben änderten sich schon langsam von sattem Grün zu rotem und beigem Stein. Die ersten Strauße standen am Straßenrand, denn Oudtshoorn ist das Straußenzuchtzentrum Südafrikas.

Auf der Bergspitze während unserer Fahrt über den Pass waren wir von Wolken eingehüllt und lernten, dass die Autofahrer in so einem Fall, also bei Nebel, hier mit Warnblinker fahren.

Im Tal hielten wir an einem Farm Shop. Dort gab es-wie in dieser Gegend überall- Staubwedel und Besen. Erstere, sind aus Straußenfedern (in dem Fall von einem transsexuellen Stauß), zweitere aus Wildschweinhaaren, meist aus den Barthaaren der Eber.

Wir durchfuhren dann nach dem „kurzen“ Bankaufenthalt den Ort Oudtshoorn und fühlten uns mit Blick auf die Straße wie in den Südstaaten der USA: Schwarze Menschen mit bunten Klamotten, teilweise in Uniform, Familien mit vielen Kindern: Was für ein Gewusel, dazu amerikanisch klingende Straßenmusik. Aber wahrscheinlich waren wir jetzt wirklich in Afrika. Bisher war das Gefühl für uns doch eher europäisch.

Wir wohnten etwas außerhalb des Ortes in einem idyllischen, sehr friedlichen gelegenen Guesthouse, der Montana Guest Farm. Sie befindet sich ca. 10 km hinter Oudtshoorn, im Cango Valley in dem kleinen Ort Schoemanshoek.

Im Prinzip besteht dieser Ort nur aus ein paar kleinen Häusern, Straussenfarmen, Guesthouses und der Montana Guest Farm.
Nun ja, dachten wir, für eine Übernachtung auf dem Weg nach Hermanus über die R62, mit kleinem Umweg über die R328 wird es schon ausreichen, um hier ein paar Tiere zu sehen, sich für die längere Reise auszuruhen und ein bisschen Straußenfleisch zu essen. Aber es kam besser.
Der Weg führte uns über einen Schotterweg, an der Kirche vorbei zur Farm. Schon die Auffahrt versetzte uns in die Zeit des 19. Jahrhunderts zurück. Mehrere wunderbar restaurierte Häuser, eingebettet in Wiesen, Bäumen, Kakteen und Blumen ließen die Zeit ein wenig langsamer laufen. Ein bisschen fühlten wir uns wie Scarlett O’Hara aus "Im Winde verweht"

Der Empfang im Rezeptionshaus, welches auch das Restaurant beherbergt, war sehr freundlich. Nach kurzer Begrüßung und Fragen nach Wünschen ging es, vorbei an den wunderschönen Häusern, Pool, Terrassen und Wiesen, in den hinteren Teil der Farm, zur Kaktussuite, gelegen in einem Kaktusgarten mit eigenen Pool. 

Die Suite ist ein Traum: 80 qm, mit freistehendem Whirlpool, Boxspringbetten, Sitzgruppe, 2 Terrassen und mit Fußbodenheizung. 


Von unserem Fenster aus schauen wir auf einen kleinen Friedhof. Dort sind die Besitzer dieser ersten Straußenfarm, auf der wir jetzt eine Nacht wohnen werden, begraben. Sie gaben diesem kleinen Ort auch den (ihren) Namen Schoemanshoek.
Alles schien schon ein wenig in die Jahre gekommen, machte aber nichts, da der Charme der Einrichtung, die frischen Blumen im Zimmer und der Ausblick alles wieder wett machte.
Wir kochten uns einen Kaffee, legten uns auf die weich gepolsterten Liegen am Pool und kamen erstmal an.
Danach erkundeten wir kurz die Farm, gingen zum Haupthaus und trafen dort Wolfgang, Besitzer und Seele der Anlage. Er, ein älterer, sehr feiner Herr, ist Deutscher der in den 70-ern nach Südafrika auswanderte und vor 15 Jahren diese schon über hundert Jahre alte Farm erwarb und liebevoll restaurierte und ausbaute.
Schon jetzt wollten wir nicht mehr von seiner Seite weichen, seine blumigen Erzählungen über die Region und deren Möglichkeiten, ließen uns bereuen, hier nur eine Nacht zu bleiben.
Dann fuhren wir auf die nahe gelegene Straußenfarm.

Das ist eine reine Showfarm, deren Tiere alt (50-70) und von den Besuchern unter Aufsicht angefasst werden dürfen.
Da auch ihre Tiere Nachwuchs zeugen, aber nicht mehr als 100 auf dieser Farm leben dürfen/können, werden die Eier ausgebrütet und an die Nachbarfarm verkauft, die die Tiere dann später (mit 11 Monaten, sonst wird das Fleisch zäh) schlachten.
Die junge Frau, die uns über die Farm führte, war sehr lustig, konnte auch ein bisschen Deutsch und hat uns viel Neues erzählt. Was ich mir davon gemerkt habe:

• Die Staußenfarmer haben in Südafrika bis zum ersten Weltkrieg richtig viel Geld verdient mit den Federn, die damals sehr wertvoll waren. Heute verdienen sie eher mit dem Fleisch und dem Leder, aber lange nicht mehr so viel.
• Das Gehirn eines Straußes ist kleiner als sein Auge ("Das Licht ist an, aber keiner ist zu Hause!")
• Wenn Strauße verliebt sind, färben sich ihre sonst gelben Beine und Schnäbel rot.
• Sie können Ihren Kopf 360 Grad drehen.
• Sie haben nur 2 Zehen.

• Sie fressen immer Steine, davon verbleiben ständig 2 kg im Magen. Damit wird das Futter zermahlen. In einem Rahmen konnten wir den Mageninhalt eines Tieres bewundern. Neben Steinen fand man darin auch Holz-und Metallstücke, einen Lippenstift und einen Highheel-Absatz. ("Was mit der Frau passiert ist, wissen wir nicht!")
Als wir gerade in unsere Unterkunft zurückkamen, besuchte uns der Koch, um zu fragen, was wir essen wollen. Na ratet Mal, was wir uns Leckeres aussuchten?
Pünktlich um 18:30 Uhr gingen wir zum Restaurant, dort erwartete uns der Hausherr im Anzug im Kaminzimmer. 

Außer uns war noch eine schwäbische Familie mit zwei Jungs – ca. 11 Jahre- in der Montana Guestfarm zu Gast. Bei einem Gläschen Portwein plauderte Wolfgang mit uns über SÜDAFRIKA, sein beeindruckendes Leben als Anwalt (u.a. für die UNO in Sachen Apartheid und für Mandela, hat jetzt noch eine Kanzlei in Leipzig, ist gebürtig in Halle / Saale, war in seiner Jugend FDJ-Sekretär und DSF- Leiter, nach dem Abi flohen seine Eltern mit ihm nach Frankfurt a.M.) und offerierte uns dann, dass er zur Feier des Tages einen Freund, den ehemaligen Bürgermeister von Oudtshoorn eingeladen hätte.

Der kam dann auch (James) mit Gattin Rose und leicht behindertem Sohn Jamsy. Was für eine Runde! Wir plaudern alle ungezwungen und erleben Gastfreundschaft pur. Danach bat uns der Koch an einen großen, festlich eingedeckten Tisch, wo der Gastgeber leckeren Wein kredenzte. 

Oder anders gesagt: Ab da floss der Rotwein in Strömen. Übrigens ließen der Bürgermeister und seine Familie auch beim Essen die Winterjacken an, obwohl der Kamin feuerte und eine extra Heizung neben dem Tisch stand, aber das scheint in Südafrika im Winter üblich zu sein. Wir sahen das noch öfter.
Vor dem Essen fassten alle ihren Sitznachbarn an die Hand und James betete für uns und gutes Wetter.
Das Essen war erstklassig, es gab natürlich Strauss und als Dessert Zabaione, Hand gemacht!!! Der Abend klang bei Wein, Espresso und guten Gesprächen auf Deutsch und Englisch aus.

Der Bürgermeister erzählte uns (sogar mehrmals), wie sein Freund Wolfgang („our Oudtshoorn Ambassador“) der Stadt hilft, Schüleraustausch zwischen Oudtshoorn und Dresden organisiert, dass Südafrika mehr Touristen braucht und dass wir Werbung für sein schönes Land machen sollen. Es war ein wirklich phantastischer Abend.

Bis bald...
Tatjana

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Freitag, 23. September 2016

Plettenberg Bay - Frühstücken, wie in einer Kunstgalerie

Südafrika/ Tag 11 (Do.) - 01.09.2016


 
Beim Frühstück am nächsten Morgen saßen wir an einem geschmackvoll gedeckten Tisch mit frischen Blumen gleich am Panoramafenster mit Blick über Plettenberg. 


Das Büfett war übersichtlich, aber mit allem, was wir gern essen und letztendlich wurde ja auch nur für uns zwei aufgebaut. Es gab frisches Obst, Müsli, Joghurt, je eine Sorte Käse und Wurst, verschiedene Brotsorten und verschiedene, wahrscheinlich selbstgemachte Konfitüren. Die Eierspeisen wurden auf Wunsch zubereitet und frisch gebrühter Kaffee serviert.
Dank der großzügigen, offenen Bauweise des Guesthouses hatten wir das Gefühl in einer Kunstgalerie zu frühstücken.

Veronica begrüßte uns, fragte nach dem gestrigen Abend und wie sie uns heute behilflich sein kann.
Das Wetter ließ an diesem Tag allerdings sehr zu wünschen übrig. 


JC´s Superübersetzer!
Schon der Morgen begann mit zugezogenem Himmel. Aufgrund der Wettervorhersage, beschlossen wir Sightseeing per Auto zu machen. Eigentlich wollten wir nach Noetzi, einem idyllisch gelegenen Strand mit Häusern, die wie Burgen aussehen, mussten dann aber feststellen, dass die einzige Straße die dorthin führt, unbefestigt ist und durch ein Township führt. Den Schotterweg hätte unser Auto nicht gut vertragen und vor einer Fahrt durch´s Township hatten wir ein bisschen Schiss, also haben wir gewendet.
Weiter ging es nach Knysna, wir wollten uns die Insel Thesen nochmal bei Tageslicht anschauen, tranken dort einen Kaffee und liefen später auf der Suche nach dem afrikanischen Markt durch die Innenstadt. 

Dort war die Hölle los. Vor jeder Bank und jedem Bankautomaten standen extrem lange Schlangen schwarzer Einwohner, denn heute, am 1.September war Zahltag. Wenig später torkelten die ersten Betrunkenen durch die Straßen. 

Wir fanden den Markt nicht und fuhren zurück zum Robberg nach Plett, den wir gestern vom Boot aus gesehen hatten. Das ist ein ins Wasser ragender Berg, als Naturschutzgebiet angelegt. Dort erwartete uns am Eingang wieder das Prozedere mit Listen ausfüllen und Eintritt. Auf dem Robbenberg gibt es drei Wanderwege, teilweise angelegt mit Geländern am Fels, mit Holz-Stegen und Aussichtsplattformen, teilweise mussten wir ganz schön klettern. 

Da es uns dort so gut gefiel, haben wir nicht, wie zuerst vorgenommen nur den kürzesten Wanderweg, sondern gleich den weiteren absolviert. Am Anfang war das Wetter auch genau passend, aber dann zogen tiefe Wolken und die Meeres-Gischt über den Berg, es nieselte und kühlte ab. Und trotzdem: es war gigantisch schön. 

Wir sahen nicht nur die Robben, sondern auch zwei Haie von oben im Meer schwimmen. 

Unsere Vermieterin erzählte uns später, dass in dieser Bucht, in der vom Robberg bis zum Stadtzentrum von Plett ein schöner weißer Sandstrand verläuft, schon etliche Haiunfälle passiert seien. Apropos Haie: Überall wo wir waren, sprach JC die Leute an, die uns begegneten. Heute trafen wir auf der Straße einen Schwarzen mit einer Tsitsikamma-Jacke und JC erzählte ihm gleich, dass wir auch dort waren und erfuhr, dass der Jackenträger dort als Förster arbeitete. Bei der Wanderung auf dem Robberg kam uns ein junges Pärchen entgegen und JC fragte mich, ob ich denen nicht erzählen wolle, dass wir die Haie gesehen hätten. Ich lehnte ab, also berichtete JC ihnen davon und erfuhr von den beiden (englisch sprechenden) ihre Geschichte von einer großen Welle am Fuße des Robbergs.
Nach ca. 9 Kilometern Wanderung über Felsen und Strände waren wir zurück auf dem Parkplatz und fuhren auf den überdachten Markt von Plett (es nieselte immer noch). Dort, das wussten wir vom Vortag, gibt es Imbissstände. Wir aßen etwas und unterhielten uns natürlich mit der Imbiss-Besitzerin. 

Diesmal erfuhren wir, dass die Gastarbeiter aus Simbabwe sehr hart arbeiten und viele schwarze Südafrikaner lieber auf Staatskosten leben würden, weil sie für jedes Kind Geld bekämen und kostenlos Strom und Unterkunft.
Dann trafen wir ein Pärchen aus der Nähe von Dortmund, die wir gestern auf der Bootsfahrt kennen gelernt hatten und redeten bei einer Tasse Kakao weiter über deren Urlaub in Namibia und das Leben. Sie ist Chefin für den Export in einer Stoßdämpfer Fabrik und er arbeitet als Fahrlehrer. (Die Berufsangaben frage ich immer ab, weil meine Mama das immer wissen will!) Sie empfahlen uns für den Abend ein Restaurant am Strand, welches sie am Tag zuvor besucht hatten.
Gegen 17 Uhr waren die Temperaturen auf 13 Grad gesunken und alle Geschäfte und Cafés schlossen wegen Winter und nichts los, aber wir hatten den Tag trotz miesen Wetters gut verlebt.
Der Abend versank leider im Regen. Trotzdem fuhren wir zum „Loockout Deck“, einem rustikalen Restaurant, direkt am Meer gelegen, das für seine Muscheln und Garnelen berühmt ist.

Da muss man unbedingt hin, wenn es hell und sonnig ist, der Ausblick ist gigantisch!
Da das Lokal wie viele zusammenhängende Terrassen gebaut ist, deren Fenster, soweit vorhanden, offen stehen, war es darin recht kühl, aber man stellte uns einen Ofen an den Tisch. Von dem Essen war ich mal wieder total begeistert! 

So viele große Prawns habe ich in meinem Leben noch nicht auf einmal gegessen. Sie waren in einer Piri Piri Soße mit Reis und Gemüse angerichtet und schmeckten herrlich.

Bis bald...
Tatjana

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